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Jahresfeste

Litha - die Mittsommer-Nacht

22. Mai 2009 | Von Ilga

Litha, oder eher der Mittsommer, wurde vermutlich vor allem durch die IKEA-Werbung bekannt. Genau ein halbes Jahr nach dem Mittwinter (oder Yule) wird am Abend des 21.Juni der längste Tag bzw. die kürzeste Nacht des Jahres gefeiert. Woher kommt dieses Fest und welche Bräuche finden sich auch heute noch hierzulande und vor allem in Skandinavien?

Litha oder die Mittsommer-Nacht

Litha fällt passenderweise genau mit dem astronomischen/kalendarischen Sommeranfang zusammen (so wie ein halbes Jahr später das Fest Yule den kalendarischen Winteranfang markiert). Der längste Tag des Jahres ist gekommen und der Hochsommer beginnt. Das Licht wird gefeiert, die gefruchtete Aussaat und die bevorstehende Ernte.

Das Mittsommerfest stammt ursprünglich vermutlich aus Skandinavien, wo es noch heute weite Verbreitung findet. In Schweden ist der “Midsommar” nach Weihnachten das zweitgrößte Fest des Jahres, wird hier jedoch praktischerweise immer an dem Samstag gefeiert, der dem längsten Tag am nächsten liegt. Einer der bekanntesten Bräuche (vor allem durch die “Kinder aus Bullerbü”) ist das Sammeln von sieben verschiedenen Kräutern auf sieben verschiedenen Wiesen. Junge Mädchen müssen diese Kräuter am Mittsommerabend schweigend sammeln und anschließend mit ihrem Kopfkissen darauf schlafen. In der Nacht sollen sie dann von ihrem zukünftigen Mann träumen. Sie dürfen ihren Traum jedoch niemandem verraten, wenn er in Erfüllung gehen soll

Die christliche Kirche sah das Fest lange als “heidnisch” an und lehnte es ab, bis sie am 24. Juni den Johannistag einführte, in der Hoffnung Litha damit zu verdrängen, ohne den Menschen ihr Fest zu nehmen.

Noch heute werden um diese Zeit große Feuer entzündet, allerdings selten noch wie in den heidnischen Kulturen um den (Sonnen-)Gott zu ehren. Am Feuer wird getanzt und gesungen. Paare, die gemeinsam über das Feuer springen ohne sich dabei loszulassen, soll eine dauerhafte Liebe beschienen sein. Der Rauch des Feuers soll reinigen wirken und böse Geister vertreiben.

Auch dem Wasser soll an Mittsommer eine besonders große Kraft innewohnen. Heilsteine werden manchmal mit diesem geweihten Wasser aufgeladen. Das Wasser zu trinken, soll eine sehr heilsame Wirkung haben.

Zudem wurde früher geglaubt, die Mittsommernacht sei besonders magisch und man könne Elfen, Feen und Trolle tanzen sehen, insbesondere wenn man ihnen Milch und Brot opfere.

Ein weiterer uralter Brauch sind die sogenannten “Sonnenwendgürtel”, die aus dem Johanneskraut geflochten wurden und den Träger heilen oder schützen sollten.



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1 Kommentar

  1. Nicht nur in Skandinavien, sondern auch im nahen Lettland hat das Mittsommerfest große Bedeutung. Zur Sommersonnenwende, am Johannistag, im Lettischen “Jani” genannt , werden überall im Land Johannisfeuer entzündet. Die Ursprünge sind sicherlich heidnisch. Die skandinavischen Einflüsse im Baltikum waren schon in vorchristlicher Zeit sehr erheblich. Ich nehme an, dass das schwedische “Midsommar” Teil einer alten nord-, vielleicht sogar indoeuropäischen Kultur war. Das Christentum hat von dem vieles vernichtet oder - wie der Johannistag zeigt - umgedeutet. Vielen Dank für den schönen Beitrag, den ich mit großem Interesse gelesen habe.

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